Jahresbericht 2006
Im Berichtsjahr 2006 hat die Stiftung Kinder-Hilfe zwei Projekte unterstützt.
Das Kuratorium der Stiftung besteht aus:
Peter Eigen, Vorsitzender
Tobias Eigen (bis Juni 2005 Vorsitzender des Vorstands)
Barbara Fischer Kraus
Gesine Schwan
Christian Zucchi-Eigen
Der Vorstand setzt sich wie folgt zusammen:
Michael Wiehen, Vorsitzender (seit September 2005)
Johanna Eigen Nettesheim, Stellvertretende Vorsitzende
Franziska Donner
Geschäftsführerin der Stiftung ist (seit Juni 2005) Monika Ebert, Berlin
Die finanzielle Konsolidierung der Stiftungsfinanzen, die 2004 begonnen und sich 2005 konsolidiert hatte, setzte sich auch 2006 fort. Das Stiftungskapital konnte erhöht werden, und zwar durch eine Kombination von Erhöhung des Börsenwertes des Finanzanlagevermögens und Spenden an die Stiftung.
Der finanzielle Bericht der Stiftung für das Jahr 2006 befindet sich in der Anlage, einschließlich der Einnahmen- und Ausgabenrechnung (samt Anlagen) und der Vermögensaufstellung 2006 und des Bestätigungsvermerks des Wirtschaftsprüfers. Zum Jahresende betrug das Bruttovermögen der Stiftung € 299.560,26 (im Vorjahr € 290.510,17). Abzüglich der Rücklagen betrug das Stiftungsvermögen € 264.679,96.
Unsere Projekte 2006:
1. Life Skills Programm für Maasai Mädchen in Kenia
Wie schon im letzten Jahresbericht angekündigt, hat die Stiftung im Februar 2006 eine Spende in Höhe von € 2.700 für ein Life Skills Programm für Maasai Mädchen zugesagt. Über den Maasai Girls Education Fund (MGEF - Washington, DC und Nairobi/Kenia), und in Zusammenarbeit mit dem Kenia Roten Kreuz, werden vier drei-tägige Workshops an verschiedenen Orten im Kajiado District in Kenia (in dem 2/3 aller Maasais leben) finanziert, mit denen jungen Mädchen Life Skills beigebracht werden. Insbesondere werden den Mädchen, die zehnjährig und älter sind, die Probleme früher Schwangerschaften, früher Heiraten, leichtfertiger sexueller Praktiken und der Ansteckung mit HIV/AIDS klargemacht, und es werden Möglichkeiten und Praktiken weitergegeben, mit denen die Mädchen solche Probleme verhindern oder vermeiden, und so ihre Schulausbildung fortsetzen und erfolgreich beenden können.
Die ersten beiden Workshops (der erste für 107 Mädchen, in Isinya; der zweite für 100 Mädchen, in Inkito) wurden offenbar recht erfolgreich durchgeführt. Die Mädchen haben voll und mit Begeisterung mitgearbeitet, und zugesagt, dass sie ihre Erfahrungen auch mit ihren Schwestern und Freundinnen besprechen und teilen werden. Erstaunlicherweise haben sich kurz nach den Workshops (die immerhin Themen aufgreifen, die in der kenianischen Gesellschaft eigentlich tabu sind) einige der örtlichen Chiefs und Elders gemeldet und darum gebeten, dass man ihnen ebenfalls die soziale und wirtschaftliche Problematik von kulturellen Praktiken wie weiblicher Beschneidung, Polygamie, Promiskuität erklärt. Die Chiefs haben in der Maasai Kultur die absolute Autorität, und ihr Verständnis und ihre Unterstützung für die Ziele der Workshops sind essentiell für eine erfolgreiche Tätigkeit. Der MGEF bietet jetzt auch eine eintägige Version des Workshops für Chiefs und Elders an.
Weitere Workshops sind für 2007 geplant.
2. Kinder-Zirkus UPSALA, St. Petersburg: Förderung für das Sommerlager 2006
Obwohl wir im Vorjahr gehofft hatten, dass der Kinder-Zirkus UPSALA in Zukunft finanziell auf eigenen Beinen würde stehen können, reagierten wir positiv auf einen Antrag auf außerordentliche Förderung des Sommerlagers für die Kinder des Zirkus, mit einer Spende in Höhe von € 2.700,00. Die Zirkusgesellschaft besitzt eine Datscha (ein kleines Landhaus) im Dorf Zhukovo in der Nähe von Pskov. UPSALA beantragte Unterstützung für den Transport der Kinder nach Zhukovo sowie für ihren Unterhalt dort während der Sommermonate. Der Antrag wurde gestellt, weil die politische und damit auch die finanzielle Situation karitativer Institutionen in Russland im Laufe des Jahres 2006 allgemein schwieriger geworden war. Ca. 30 Kinder und Jugendliche, darunter 12 ganz neu hinzugekommene Kinder, verbrachten die Monate Juli und August auf der Datscha, begleitet u.a. auch von einem Akrobatiktrainer. Das wichtigste Ziel der Arbeit mit den Kindern im Sommerlager war deren soziale Entwicklung und Adaptierung, aber es gab auch tägliches Akrobatiktraining. Als schönstes Ergebnis des Sommerlagers gibt es nun eine neue Zirkusgruppe mit 10 Kindern, die regelmäßig die Angebote des Zirkus wahrnehmen. Drei der Kinder haben während des Sommers auch schöne Erfolge in ihrem schulischen Fortkommen verzeichnen können.
Gleichzeitig hatten 12 der älteren Artisten des Zirkus (aus der älteren und mittleren Gruppe) eine Tournee durch Westeuropa gemacht und Vorstellungen in Hamburg, Lübeck, Berlin und Düsseldorf gegeben; allein in Düsseldorf gab es 16 Aufführungen. UPSALA nahm auch an dem internationalen Zirkusfestival in London teil. UPSALA ist also sehr erfolgreich – und für die mit dem Zirkus verbundenen Kinder und Jugendlichen ist ihre Zugehörigkeit zu dieser Gemeinschaft ganz offensichtlich ein großer und sehr bedeutender sozialer Halt sowie eine Quelle wichtiger Lebenserfahrungen in einer entscheidenden Phase ihrer persönlichen Entwicklung.
In Zukunft will die Stiftung intensiv zusätzliche Spenden einwerben, um gemeinsam mit den Erträgen aus dem Stiftungskapital wieder ein breiter gefächertes Programm von vier oder fünf Projekten pro Jahr unterstützen zu können. Wir haben die Bedingungen für Spenden an die Stiftung vereinfacht und werden auch unseren Auftritt im Internet verbessern.


