Jahresbericht 2004
Im Berichtsjahr 2004 hat die Stiftung Kinder-Hilfe vor allem ihre personelle und finanzielle Konsolidierung fortgesetzt; diese ist nun weitgehend abgeschlossen.
Nach dem Tod der beiden Stifterinnen Jutta Philippi Eigen (Juli 2002) und Else Philippi (September 2004) war die erste Aufgabe, Vorstand und Kuratorium nachhaltig und wirksam neu zu besetzen. Das erforderte sowohl in 2004 als auch in 2005 einige Änderungen. Mitglieder des Kuratoriums und Freunde der Stiftung unterstützten die Stiftung in dieser schwierigen Übergangszeit. Der im Jahr 2003 nach dem Tod seiner Mutter als Vorstandsvorsitzender eingesetzte Tobias Eigen entschloss sich Anfang 2005, wegen seines Wohnsitzes in den USA und starker Arbeitsbelastung in das Kuratorium zu wechseln. An seiner Stelle übernahm im September 2005 der unterzeichnete ehemalige Weltbank-Direktor und Rechtsanwalt und langjährige Familienfreund Michael Wiehen den Vorsitz des Vorstandes.
Das Kuratorium besteht jetzt aus:
Peter Eigen, Vorsitzender
Tobias Eigen
Barbara Fischer Kraus
Gesine Schwan
Christian Zucchi-Eigen
Der Vorstand setzt sich wie folgt zusammen:
Michael Wiehen, Vorsitzender
Johanna Eigen Nettesheim, Stellvertretende Vorsitzende
Franziska Donner
Geschäftsführerin der Stiftung ist (seit Juni 2005) Monika Ebert, Berlin.
Gleichzeitig setzte 2004 mit einer langsamen Stabilisierung des deutschen Kapitalmarkts auch eine finanzielle Konsolidierung der Stiftungsfinanzen ein. Während es 2002 und 2003 noch eines Mittelvortrages von kumulativ ca. € 35.000 bedurft hatte, konnte in 2004 das Stiftungskapital wieder voll hergestellt und sogar leicht erhöht werden, und zwar durch eine Kombination von Erhöhung des Börsenwertes des Finanzanlagevermögens und signifikanten Spenden an die Stiftung.
Der finanzielle Bericht der Stiftung für das Jahr 2004 befindet sich in der Anlage, einschließlich der Bilanz, der Gewinn- und Verlustrechnung, einer Aufstellung zur Entwicklung des Finanzanlagevermögens und des Bestätigungsvermerks des Wirtschaftsprüfers. Zum Jahresende betrug das Eigenkapital der Stiftung € 258.000,- (im Vorjahr € 243.000,-), ohne die im Wertpapiervermögen befindlichen stillen Reserven in Höhe von knapp € 18.000,-.
Unter den schwierigen Umständen der jüngsten Vergangenheit konnten im Berichtsjahr auch nur zwei der bestehenden Stiftungs-Projekte finanziell unterstützt werden, nämlich der Kinder- und Jugendzirkus UPSALA und der Kinder-Freizeitclub “Perspektiven”, beide in St. Petersburg, Russland. Mit den anderen Projektträgern hielten wir intensiven Kontakt, um die Diskontinuität auf ein Minimum zu beschränken. Wir hoffen, dass die Ertragslage sich weiterhin stabilisiert, so dass die Stiftung ihre Unterstützungstätigkeit wieder voll aufnehmen kann.
Jutta Philippi Eigen hatte zu ihren Lebzeiten die Stiftung selbst geführt und praktisch die meiste Arbeit selbst geleistet. Diese war auf ihre Fähigkeiten und ihre langjährigen Erfahrungen als Ärztin für die Ärmsten direkt zugeschnitten und war von ihrer sicheren Urteilskraft und Kompetenz geprägt. Kuratorium und Vorstand wollen diese Philosophie und Arbeitsweise in ihrem Sinne fortführen und den größten Teil der anfallenden Arbeiten selbst ausführen und bezahlte Außenarbeiten auf ein Minimum beschränken. Trotzdem hielten Vorstand und Kuratorium es für wichtig, die Arbeit der Stiftung durch die Bestellung einer Geschäftsführerin zu stärken.
Unsere Projekte 2004:
1. KINDER- UND JUGENDZIRKUS UPSALA, ST. PETERSBURG:
Auch 2004 hat die Stiftung wieder den Kinder- und Jugendzirkus UPSALA unterstützt. Gegründet wurde der Zirkus im Frühling 2000 von einem bunten Team aus KunsttherapeutInnen, PerformancekünstlerInnen und StudentInnen. Seit Juli 2000 ist UPSALA eine eingetragene nichtstaatliche wohltätige Kinderorganisation, eng verbunden mit dem gemeinnützigen Verein “Perspektiven”. Die ArtistInnen kommen aus sozial schwachen Familien und leben meist auf der Straße. Der Zirkus wird betreut von der Direktorin Galina Breus, der Projektleiterin Astrid Schorn und der Theaterpädagogin Larisa Afanasjewa.
Unsere Stiftung hat den Zirkus zum ersten Mal im Jahr 2001 mit DM 5.000,- unterstützt. Außerdem gab es im September 2001 eine Benefizveranstaltung im Garten der Eigen-Residenz in Berlin, wo die jungen ArtistInnen ihre Kunststücke zeigten. Die an dem Tag gespendeten DM 2.250,- wurden zum Kauf von Akrobatikmatten verwendet. Im Jahre 2002 gaben wir für Trampolin und Fangmatte € 1.000,-. Im Berichtsjahr 2004 haben wir diese kreative Gruppe wieder mit einem Betrag von € 2.000,- unterstützt, um damit den Ankauf von Requisiten und Anhängern zu ermöglichen.
Wir konnten die Kinder inzwischen mehrfach in verschiedenen Städten Westeuropas, auch in Berlin, begrüßen, und sie sind mit Erfolg bei Kinderzirkuswettbewerben aufgetreten. Daher wird vielleicht eine weitere Unterstützung nicht notwendig sein; UPSALA ist selbständig geworden.
2. KINDER-FREIZEITCLUB “INNOVATIONEN”, ST. PETERSBURG:
Schon in den Jahren 2000 und 2001 haben wir den Kinder-Freizeitclub “K9S” mit jeweils DM 5.000,- unterstützt. Hier können Jugendliche lernen und arbeiten, tun das mit viel Einsatz und Begeisterung und bekommen eine Perspektive für das Leben. Jutta Philippi Eigen hatte den Club im Mai 2001 besucht und war beeindruckt von den hellen renovierten Räumen, der Schneiderwerkstatt, dem Computerunterricht und dem kleinen Theater. Im Jahr 2002 unterstützten wir “Innovationen” daher mit einem Betrag von € 1.000,-, und im Berichtsjahr 2004 mit einem Betrag von € 4.000,- (für die Ausstattung der Spielzimmer und das Kindertageszentrum). In den Jahren 2003 und 2004 haben wir durch regelmäßige Besuche von Gewährsleuten Kontakt gehalten und konnten uns davon überzeugen, wie stark diese Hilfe für die Arbeit von Innovationen ins Gewicht fällt.
3. In Botswana, Kenia, Rumänien und Indien beschränkte sich unser Kontakt mit potenziellen Projektträgern auf Korrespondenz und Besuche durch Gewährsleute. Unsere Vorbereitungsmaßnahmen werden uns erlauben, unsere Hilfe zügig aufzunehmen, wenn wieder genügend Mittel zur Verfügung stehen.
4. In Bolivien haben wir durch Besuche und Korrespondenz ein vielversprechendes Projekt für Straßenkinder vorbereitet, das dringend Unterstützung braucht und verdient.
In Zukunft will die Stiftung zusätzliche Spenden einwerben, um gemeinsam mit den hoffentlich besser fließenden Erträgen aus dem Stiftungskapital wieder ein breiter gefächertes Programm von vier oder fünf Projekten pro Jahr unterstützen zu können. Wir haben die Bedingungen für Spenden an die Stiftung vereinfacht und werden auch unseren Auftritt im Internet verbessern.